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Felgen strahlen – Anleitung und richtiges Strahlmittel

Stahlfelgen lassen sich mit Kupferschlacke zuverlässig von Altlack, Bremsstaub und Korrosion befreien. Bei Alufelgen ist die Strahlmittelwahl sensibler – sichtbare Aluminiumoberflächen vor Eisenkontamination schützen.

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Felgen strahlen mit Kupferschlacke
Empfohlene Körnung

0,5–1,4 mm

Für Stahlfelgen mit Altlack und mittlerem Rost. Ausreichend Abtrag, gutes Ankerprofil für Felgengrundierung. Für Alufelgen Glasperlen prüfen.

Zur Detailseite Körnung 0,5–1,4 mm

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Strahlmittel Kupferschlacke im 25-kg-Sack für Sandstrahlen

Alle Körnungen

0,1 – 0,4 mm
0,2 – 0,5 mm
0,2 – 0,8 mm
0,2 – 1,0 mm
0,2 – 1,4 mm
0,5 – 1,4 mm
0,5 – 2,0 mm
1,4 – 2,8 mm

25 kg Sack

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= €21,49

Physikalische Eigenschaften

Aussehen Braunes, scharfkantiges Granulat
Korngröße 0,2 – 2,8 mm
Härte (Mohs) 6 – 7
Spezifisches Gewicht 2,9 g/cm³
Schüttdichte 1,6 Mg/m³
Schmelzpunkt 1460 °C
pH-Wert Neutral

Chemische Zusammensetzung

SiO₂ 30 – 41 %
CaO 24,2 – 26,2 %
Al₂O₃ 11,5 – 12,6 %
MgO 6,07 – 10,4 %
FeO 4,6 – 9,02 %
PbO 0,5 – 1,00 %
Technisches Datenblatt als PDF

Einsatzgebiete

  • Stahlfelgen entrosten und entlacken
  • Vorbereitung für Pulverbeschichtung
  • Oldtimer- und Youngtimer-Felgen
  • Motorrad-Stahlfelgen
  • Innenbereiche von Felgen

Vorteile auf einen Blick

  • Hinterschnitte und Speichen gleichmäßig erfasst
  • Ankerprofil für optimale Beschichtungshaftung
  • Silikosefrei nach DIN EN ISO 11126-3
  • Entlackung und Entrostung in einem Arbeitsgang
  • Wirtschaftlich als Einwegstrahlmittel

Empfohlene Körnung: 0,5–1,4 mm für Stahlfelgen

Gute Balance aus Abtrag und Oberflächenprofil bei lackierten oder leicht bis mittel korrodierten Stahlfelgen. Für sichtbare Alufelgen ist Kupferschlacke nicht die erste Wahl — Glasperlen oder Edelkorund werden in der Praxis bevorzugt, um Eisenkontaminationen und spätere Flecken zu vermeiden.

Stahlfelgen strahlen

Auf Stahlfelgen kann Kupferschlacke Altlack, Rost und Schmutz schnell entfernen und ein tragfähiges Profil für Grundierung und Lack schaffen. Richtwert: Körnung 0,5–1,4 mm, Druck 5–7 bar. Bei starkem Rost oder dickem Lackaufbau kann 1,4–2,8 mm sinnvoll sein.

Verbrauch Richtwerte (Kupferschlacke pro Felge):

14–15 Zoll, 1 Lackschicht, leichter Rost3–6 kg
16–17 Zoll, mehrere Schichten, mittlerer Rost6–10 kg
18–19 Zoll, dicker Aufbau, starker Rost10–18 kg
20+ Zoll, schwere Korrosion15–25 kg
25-kg-Sack reicht für2–5 PKW-Felgen je nach Zustand

Alufelgen – Materialhinweis

Aluminium ist weicher als Stahl und reagiert empfindlicher auf zu grobe Körnung, hohen Druck und metallische Verunreinigungen. Eisenpartikel aus Kupferschlacke können sich einlagern und später als Flecken sichtbar werden. Für sichtbare Alufelgen: Glasperlen oder Edelkorund prüfen. Immer zuerst an unauffälliger Stelle testen.

Körnung und Druck als Richtwerte

Stahlfelge 17–19 Zoll, leichte Korrosion0,5–1,4 mm · 5–7 bar · 5–8 kg
Stahlfelge mehrschichtig lackiert0,5–1,4 mm · 5–7 bar · 8–12 kg
Stahlfelge mittlere Korrosion0,5–1,4 mm · 5–7 bar · 6–10 kg
Stahlfelge stark verrostet0,5–1,4 mm · 6–8 bar · 10–15 kg
Sichtbare AlufelgeGlasperlen / Edelkorund prüfen

Warum Felgen strahlen statt schleifen?

Felgen haben komplexe Geometrien: Speichen, Hinterschnitte, Felgenhorn und Mittelnabe. Schleifen erfasst nur ebene Flächen. Strahlen erreicht jede Stelle gleichmäßig, entfernt mehrere Lackschichten in einem Durchgang und legt blanke Oberfläche mit definiertem Ankerprofil frei. Kupferschlacke nach DIN EN ISO 11126-3 enthält unter 1 % freie Kieselsäure und ist die silikosefreie Alternative zu Quarzsand.

Schritt für Schritt – Erfahrungswerte aus der Praxis

01 Demontieren: Reifen abziehen oder beim Reifenservice demontieren lassen. Ventil, Auswuchtgewichte und Felgenzierblenden vollständig entfernen. Felge mit Lösungsmittel oder Bremsenreiniger entfetten.

02 Sichtprüfung: Felge auf Risse, starke Verformungen oder beschädigte Auflageflächen prüfen. Strahlmittel entfernt keine strukturellen Mängel – eine gerissene Felge sollte vor dem Strahlen fachkundlich beurteilt werden.

03 Abdecken: Empfindliche Bereiche wie Radlager-Aufnahmen und Ventilbohrungsränder bei Bedarf mit Klebeband und Stopfen schützen.

04 Einstellen: Für Stahlfelgen Kupferschlacke 0,5–1,4 mm bei etwa 5–7 bar. Bei starkem Rost kann 1,4–2,8 mm mit 6–8 bar effizienter sein. Körnung und Druck immer erst an einer unauffälligen Stelle testen.

05 Strahlen – Reihenfolge: Erst das Felgenbett (breite Innenfläche), dann die Speichen und Felgensterne, zuletzt Felgenhorn und Flanken. Düse in gleichmäßigen Bewegungen führen, nicht auf eine Stelle fixieren.

06 Hinterschnitte: Speichentäler, Felgenhornhinterschnitte und Nischenbereiche gezielt nachstrahlen – hier lagert sich Rost besonders hartnäckig ab und ist schwer erreichbar.

07 Abblasen: Strahlmittelreste sofort nach dem Strahlen mit Druckluft entfernen – besonders aus Hinterschnitten, Ventilloch und Speichenausnehmungen. Grobe Körnung kann in Vertiefungen verbleiben und die Beschichtung stören.

08 Kontrolle: Oberfläche auf vollständigen Abtrag prüfen. Verbleibende Rückstände oder ungestrahlte Stellen vor der Beschichtung nachbehandeln. Der Stahl sollte metallisch blank erscheinen.

09 Grundieren: Innerhalb möglichst weniger Stunden Epoxidharz-Felgengrundierung auftragen – freigestrahlter Stahl beginnt bei normaler Luftfeuchtigkeit schnell zu oxidieren. Ersten Flugrost kann man manchmal schon nach 2–4 Stunden sehen.

10 Beschichten: Felgenlack, 2K-Acryl-System oder Pulverbeschichtung in gewünschter Farbe aufbringen. Für Pulverbeschichtung die Felge möglichst am selben Tag zur Werkstatt bringen. 2K-Systeme eignen sich besonders für Heimanwender und bieten gute Beständigkeit gegen Bremswärme und Straßensalz.

Motorradfelgen strahlen

Motorrad-Stahlfelgen und Speichenräder lassen sich mit Kupferschlacke gut vorbereiten. Wegen der dünneren Wandstärken und filigranen Speichengeometrie empfiehlt sich eine feinere Körnung als bei PKW-Stahlfelgen: 0,2–0,8 mm bei 3–5 bar Arbeitsdruck. Die Düse sollte in gleichmäßigen Bewegungen geführt werden – nicht dauerhaft auf eine einzelne Speiche richten. Nippel und Speichenlöcher können mit kleinen Stopfen abgedeckt werden, um Aufweitungen zu vermeiden.

Für sichtbare Alufelgen an Motorrädern (Gussräder in Leichtmetall) gelten dieselben Hinweise wie bei PKW-Alufelgen: Eisenfreies Strahlmittel wie Glasperlen oder Edelkorund wird bevorzugt. Ob Kupferschlacke für einen konkreten Felgentyp geeignet ist, sollte vorab an einer unauffälligen Stelle getestet werden.

Strahlmittel-Vergleich für Felgen

Die Wahl des Strahlmittels beeinflusst Abtragsleistung, Oberflächenprofil und mögliche Materialverträglichkeit. Hier ein Überblick typischer Eigenschaften der drei verbreitetsten Strahlmittel für die Felgenbehandlung:

Eigenschaft Kupferschlacke Glasgranulat Glasperlen
Abtragsleistung Hoch Mittel Gering
Ankerprofil (Rauheit) Grob–mittel Mittel Fein–glatt
Eiseneintrag möglich Ja Nein Nein
Geeignet für Stahlfelgen Sehr gut Gut Bedingt
Geeignet für sichtbare Alufelgen Bedingt* Gut Sehr gut
Mehrfachverwendung Einwegmittel Begrenzt Mehrfach möglich
Freie Kieselsäure <1 % (nach Norm) Gering Gering

* Kupferschlacke an nicht sichtbaren Innenflächen bei niedrigem Druck und feiner Körnung; an sichtbaren Alufelgen Eisenkontamination beachten. Alle Angaben sind typische Richtwerte – Ergebnisse hängen von Körnung, Druck, Düse und konkretem Material ab.

Selbst strahlen oder Fachbetrieb?

Ein Fachbetrieb berechnet je nach Region, Felgengröße und Zustand typischerweise etwa 25–60 EUR pro Felge für das Strahlen allein – Grundierung und Lack oder Pulverbeschichtung kommen oben drauf. Für vier Felgen eines Fahrzeugs können so 100–240 EUR allein für die Strahlarbeit anfallen.

Fachbetrieb: Strahlen pro Felge (Richtwert)25–60 EUR
Fachbetrieb: Komplett (Strahlen + Pulver)60–120 EUR pro Felge
Eigenarbeit: Strahlmittel 25 kg ab21,49 EUR
Eigenarbeit: reicht je nach Zustand für2–5 PKW-Felgen

Wer Strahlkabine und Kompressor besitzt oder leiht, zahlt im Wesentlichen nur das Material. Bei regelmäßigen Restaurationsprojekten oder mehreren Fahrzeugen amortisiert sich die Eigenausrüstung deutlich. Der Vorteil der Eigenarbeit: volle Kontrolle über Körnung, Druck und Ergebnis – wichtig bei Oldtimern oder empfindlichen Felgenlegierungen. Fachbetriebe bieten dagegen oft Komplettservice aus einer Hand und bringen Erfahrung mit verschiedensten Felgentypen. Alle Preisangaben sind Richtwerte und können je nach Region und Auftrag variieren.

Technische Eckdaten Kupferschlacke

Aussehen Braunes, scharfkantiges Granulat
Korngröße 0,2 – 2,8 mm
Härte (Mohs) 6 – 7
Spezifisches Gewicht 2,9 g/cm³
Schüttdichte 1,6 Mg/m³
Schmelzpunkt 1460 °C
pH-Wert Neutral
NormDIN EN ISO 11126-3
Verpackung25 kg Sack

Alle 8 Körnungen verfügbar

Die passende Körnung hängt vom Substrat und gewünschten Profil ab. Übersicht aller verfügbaren Fraktionen:

0,1 – 0,4 mm Feinststrahlen Stahl, dünne Bleche, hohe Oberflächengüte
0,2 – 0,5 mm Feine Stahlbleche, dünne Bleche
0,2 – 0,8 mm Allround: Stahl, Karosserie, Oldtimer
0,2 – 1,0 mm Stahlbau, Rostentfernung
0,2 – 1,4 mm Schwerer Rostbefall, Stahlkonstruktionen
0,5 – 1,4 mm Beton, Stein, industrielle Entlackung
0,5 – 2,0 mm Grobe Entrostung, Betonbearbeitung
1,4 – 2,8 mm Grobstrahlen, Betonreinigung, Fassaden

Häufige Fragen zum Felgen strahlen

Welche Körnung für Aluminiumfelgen?

Für sichtbare Alufelgen ist Kupferschlacke nicht die erste Wahl – der Grund liegt im Eisenanteil des Strahlmittels. Aluminium ist weicher als Stahl und reagiert empfindlicher auf metallische Verunreinigungen. Eisenpartikel aus dem Strahlmittel können sich in die Oberfläche einlagern und bei Feuchtigkeit als bräunliche Rostflecken sichtbar werden – auch wenn das Aluminium selbst nicht korrodiert. Für sichtbare Alufelgen, Motorrad-Alufelgen und Leichtmetallfelgen, die anschließend klarlackiert oder poliert werden sollen, werden in der Praxis Glasperlen (rund, weiche Körnung, glatter Oberflächeneffekt) oder Edelkorund (Al₂O₃, scharf, kein metallischer Eintrag) bevorzugt. Wer Kupferschlacke ausschließlich an nicht sichtbaren Innenbereichen oder Felgenbett-Innenflächen einsetzt, sollte mit feiner Körnung (0,2–0,5 mm), niedrigem Arbeitsdruck (maximal 2–3 bar) und kurzem Strahlabstand arbeiten. Grundregel: Vor der Behandlung der gesamten Felge immer an einer unauffälligen Stelle testen und das Ergebnis beurteilen. Die Ergebnisse hängen stark von Legierung, Zustand der Oberfläche und vorhandener Beschichtung ab – eine pauschale Aussage ist daher nicht möglich.

Welche Körnung für Stahlfelgen?

Für Stahlfelgen hat sich Kupferschlacke in der Körnung 0,5–1,4 mm in der Praxis vielfach bewährt. Diese Körnung bietet eine gute Balance: ausreichend Abtragsleistung für mehrere Lackschichten und mittleren Flugrost in einem Durchgang, dabei ein definiertes Ankerprofil für Grundierung und Lack. Der Arbeitsdruck liegt typischerweise bei 5–7 bar, der Düsenabstand erfahrungsgemäß bei 20–30 cm. Bei stärkerem Rost, dickem Lackaufbau oder sehr grober Vorkorrosion kann die Körnung 1,4–2,8 mm sinnvoll sein – sie erzeugt mehr Abtrag, aber auch ein gröberes Profil, das mehr Grundiermaterial bindet. Für frische Felgen mit nur einer Lackschicht oder für die Vorbehandlung dünner Wandstärken kann 0,2–0,8 mm reichen. Die optimale Einstellung hängt immer vom konkreten Zustand der Felge, vom verwendeten Kompressor, vom Düsendurchmesser und von der Strahlkabinengröße ab. Alle Angaben sind Richtwerte – ein Test an einer Stelle der Felge vor dem vollständigen Strahlen ist empfehlenswert.

Darf ich Felgen mit Quarzsand strahlen?

Nach öffentlich zugänglichen Arbeitsschutzinformationen – insbesondere der TRGS 559 (Technische Regel für Gefahrstoffe) – gilt Quarzstaub beim Freistrahlen als problematisch. Freie kristalline Kieselsäure im feinen Staubbreich kann bei wiederholter Inhalation Silikose verursachen, eine unheilbare Lungenerkrankung. Der gewerbliche Einsatz von quarzhaltigem Strahlgut beim Freistrahlen gilt daher nach diesen öffentlich zugänglichen Informationen als stark eingeschränkt bis faktisch ausgeschlossen. Für selbst ausführende Heimwerker empfiehlt sich ebenfalls auf quarzhaltige Strahlmittel zu verzichten. Kupferschlacke nach DIN EN ISO 11126-3 ist die verbreitete silikosefreie Alternative: Der Gehalt an freier kristalliner Kieselsäure liegt nach Hersteller- und Normangaben unter 1 %. Sie liefert vergleichbaren oder besseren Abtrag und ist für das Freistrahlen geeignet. Wer rechtssichere Auskunft zu den für seinen Betrieb geltenden Arbeitsschutzanforderungen benötigt, sollte die zuständige Berufsgenossenschaft oder die DGUV konsultieren – dieser Hinweis ersetzt keine Einzelfallprüfung.

Wie viel Strahlmittel pro Felge?

Der Verbrauch hängt von mehreren Faktoren ab: Felgengröße, Anzahl der Lackschichten, Rostgrad, Düsendurchmesser und Arbeitsdruck. Als grobe Orientierung aus der Praxis können folgende Richtwerte dienen. Eine Stahlfelge 14–15 Zoll mit einer Lackschicht und leichtem Rost: etwa 3–6 kg. Eine Stahlfelge 16–17 Zoll mit mehreren Lackschichten und mittlerem Rost: etwa 6–10 kg. Eine Stahlfelge 18–19 Zoll mit starkem Rost und dicker Beschichtung: 10–18 kg oder mehr. Eine Motorrad-Stahlspeichenfelge 17–18 Zoll: etwa 2–5 kg je nach Speichenzahl und Zustand. Ein 25-kg-Sack Kupferschlacke reicht je nach Zustand für zwei bis fünf PKW-Stahlfelgen oder für mehrere Motorradfelgen. Bei älteren Fahrzeugen mit schwerem Rost kann es effizienter sein, grobe Körnung (1,4–2,8 mm) für den ersten Durchgang zu verwenden und dann mit 0,5–1,4 mm die Oberfläche zu verfeinern. Alle Angaben sind Erfahrungswerte – der tatsächliche Verbrauch im konkreten Einsatz kann abweichen.

Was kommt nach dem Strahlen?

Der Zeitfaktor ist entscheidend: Freigestrahlter Stahl beginnt bei normaler Luftfeuchtigkeit innerhalb weniger Stunden zu oxidieren. Der erste Flugrost kann schon nach zwei bis vier Stunden sichtbar werden, bei hoher Luftfeuchtigkeit noch früher. Deshalb sollten folgende Schritte möglichst zügig erfolgen. Schritt 1: Felge sofort nach dem Strahlen gründlich mit Druckluft ausblasen – Strahlmittelreste aus Hinterschnitten, Speichentälern und dem Ventilloch entfernen. Schritt 2: Oberfläche auf Sauberkeit und vollständigen Abtrag prüfen. Schritt 3: Epoxidharz-Felgengrundierung auftragen – diese Grundierung schließt die Oberfläche gegen Feuchtigkeit ab und bietet die beste Grundlage für Folgenbeschichtungen. Schritt 4: Nach Trocknung Felgenlack und Klarlack in gewünschter Farbe auftragen. Für Pulverbeschichtung gilt: Felge so schnell wie möglich – idealerweise am selben Tag – zum Beschichtungsbetrieb bringen. Wer selbst beschichtet, sollte für Felgen ein 2K-System wählen, da es widerstandsfähiger gegen Bremswärme, Steinschlag und Straßensalz ist.

Kann ich Motorradfelgen strahlen?

Motorrad-Stahlfelgen und Speichenräder lassen sich mit Kupferschlacke gut bearbeiten. Empfohlen wird eine feinere Körnung als bei PKW-Stahlfelgen: 0,2–0,8 mm bei 3–5 bar. Die Begründung: Motorradfelgen haben oft dünnere Wandstärken und filigranere Speichengeometrien. Zu hoher Druck oder zu grobe Körnung kann Speichen schwächen oder verformen. Beim Strahlen von Speichenrädern ist darauf zu achten, den Strahl nicht dauerhaft auf eine einzelne Speiche zu richten – gleichmäßige Bewegung ist wichtig. Nippel und Speichenlöcher sollten in der Regel abgedeckt werden, um Aufweitungen zu vermeiden. Für sichtbare Alufelgen an Motorrädern – also Gussräder in Leichtmetall – gelten dieselben Hinweise wie bei PKW-Alufelgen: Eisenfreies Strahlmittel wie Glasperlen oder Edelkorund wird bevorzugt, um Eisenkontaminationen zu vermeiden, die sich später als Rostflecken zeigen. Ob Kupferschlacke für einen konkreten Felgentyp geeignet ist, sollte vor dem vollständigen Strahlen immer an einer unauffälligen Stelle geprüft werden.

Felgen strahlen oder schleifen – was ist besser?

Strahlen hat gegenüber manuellem oder maschinellem Schleifen bei Felgen klare praktische Vorteile. Der wichtigste Grund: Felgen sind geometrisch komplex. Sie haben Hinterschnitte, Speichentäler, das Felgenhorn (die innere Randwulst), die Mittelnabe und das Ventilloch – alles Bereiche, die ein Schleifmittel kaum oder gar nicht erreicht. Schleifen ist auf ebenen oder leicht gewölbten Flächen effektiv, hinterlässt aber an Kanten und in Vertiefungen immer Rückstände. Strahlen erfasst jede erreichbare Oberfläche gleichmäßig und erzeugt dabei ein Ankerprofil (Rauheit), das für eine gute Beschichtungshaftung sorgt. Außerdem werden mehrere Lackschichten und Rost in einem einzigen Arbeitsgang abgetragen, ohne den Stahl zu erwärmen. Chemische Entlacker funktionieren ähnlich flächendeckend, hinterlassen aber kein Ankerprofil und müssen vollständig neutralisiert werden. Fazit: Strahlen ist die effizienteste Methode zur vollständigen Felgenvorbereitung vor Grundierung, Lackierung oder Pulverbeschichtung – insbesondere wenn die Felge komplex geformt ist oder stark korrodiert war.

Wie entsorge ich gebrauchtes Strahlmittel?

Die Entsorgung hängt vom gestrahlten Material, möglichen Beschichtungen, Verunreinigungen und den örtlichen Vorgaben ab. Gebrauchtes Strahlmittel von Felgen kann Altlackreste, Rost, Bremsstaub und – bei älteren Fahrzeugen – möglicherweise Rückstände aus bleihaltigen Farben oder anderen Schadstoffen enthalten. Diese Kontaminationen können die Einstufung des Abfalls beeinflussen. Eine pauschale Entsorgungsanweisung ist daher nicht möglich. Für gebrauchte Strahlmittel sollten die jeweils zuständigen lokalen Entsorgungsstellen, Behördeninformationen oder ein zugelassener Entsorgungsfachbetrieb geprüft werden. Diese Seite gibt keine Entsorgungsfreigabe und ersetzt keine Prüfung im Einzelfall.

Kupferschlacke oder Glasperlen für Felgen?

Beide Strahlmittel haben unterschiedliche Stärken, die je nach Felgentyp und Ziel ausschlaggebend sind. Kupferschlacke nach DIN EN ISO 11126-3 ist ein scharfkantiges Einweg-Strahlmittel mit hohem Abtragsgrad. Es entfernt Altlack, Rost und Zunder schnell und erzeugt ein raues Ankerprofil, das Grundierung gut bindet. Ideal für Stahlfelgen, die für Pulverbeschichtung oder Neulackierung vorbereitet werden. Glasperlen (Glas-Mikrokugeln) sind rund, weich und eisenfrei. Sie mattieren und reinigen die Oberfläche, ohne tief einzudringen – das Ergebnis ist eine seidenglatte, leicht satinierte Optik ohne metallischen Eintrag. Bevorzugt für sichtbare Alufelgen, polierte Oberflächen oder Felgen, die nach dem Strahlen direkt klarlackiert werden sollen. Glasperlen haben auch weniger Abtragsleistung – für starken Rost oder dicke Lackschichten sind sie weniger geeignet. Zusammengefasst: Kupferschlacke für Stahlfelgen mit Beschichtungsvorbereitung, Glasperlen für sichtbare Alufelgen mit Qualitätsanspruch an die Oberfläche. Für den konkreten Einsatz sollte die Wahl anhand von Felgenmaterial, Endziel und vorhandenem Kompressorleistung getroffen werden.

Lohnt sich Felgen selbst strahlen oder Fachbetrieb?

Ein Fachbetrieb berechnet je nach Region, Felgengröße und Zustand etwa 25–60 EUR pro Felge für das Strahlen, oft ohne anschließende Beschichtung. Bei vier Felgen kommen so schnell 100–240 EUR zusammen – noch ohne Grundierung und Lack. Wer eine Strahlkabine und einen geeigneten Kompressor (mindestens 8–10 bar, ausreichende Liefermenge) besitzt oder leiht, zahlt nur das Material: ein 25-kg-Sack Kupferschlacke ab 21,49 EUR reicht für zwei bis fünf Stahlfelgen je nach Zustand. Für ein einzelnes Fahrzeug ist die Rechnung eng – Kompressorleihgebühr, Kabinenleihe und Schutzausrüstung eingerechnet. Bei regelmäßigen Restaurationsprojekten oder mehreren Fahrzeugen amortisiert sich die Investition in eigene Ausrüstung deutlich. Ein weiterer Faktor: Eigenes Strahlen gibt volle Kontrolle über Körnung, Druck und Ergebnis – wichtig bei Oldtimern oder speziellen Felgenlegierungen. Fachbetriebe bieten dagegen oft Komplettservice mit Strahlen und Pulverbeschichtung oder Lacksystem aus einer Hand.

Welche Kompressorleistung brauche ich zum Felgen strahlen?

Der Kompressor ist oft der limitierende Faktor beim Heimanwender-Strahlen. Als Richtwert gilt: Für ein Druckstrahlgerät mit 6-mm-Düse werden mindestens 6–8 bar Arbeitsdruck und eine Liefermenge von mindestens 300–500 l/min benötigt. Kleinere Kompressoren (50–100 l Kessel, 150–200 l/min) sind für Saugstrahlgeräte ausreichend, die aber deutlich weniger Abtragsleistung haben. Für das Strahlen von Stahlfelgen mit Kupferschlacke in praxistauglicher Geschwindigkeit empfiehlt sich ein Kompressor mit mindestens 300 l/min Liefermenge und 8–10 bar Arbeitsdruck. Viele Heimwerker unterschätzen diesen Punkt und stellen fest, dass der Kompressor nach kurzer Zeit Pause machen muss – das verlängert die Arbeitszeit erheblich. Kompressoren in dieser Leistungsklasse können tage- oder wochenweise bei Maschinen- und Werkzeugverleihern gemietet werden, wenn kein eigenes Gerät vorhanden ist. Die Düsengröße beeinflusst den Verbrauch: Eine größere Düse (8 mm) erhöht den Durchsatz, braucht aber mehr Kompressorleistung. Alle Angaben sind Richtwerte – die optimale Konfiguration hängt vom konkreten Gerät, der Körnung und dem Strahlobjekt ab.