Warum Strahlen bei der Aufzugmodernisierung?
Altlack, Flugrost und Korrosionsschichten sitzen tief in den Schweißnähten, Profilen und Ecken von Aufzugbauteilen. Mechanisches Schleifen erreicht diese Stellen nicht zuverlässig. Chemische Entroster hinterlassen oft Salzrückstände, die später unter Pulverlack zu Haftungsproblemen führen. Druckluftstrahlen mit Kupferschlacke entfernt jede Beschichtung und Korrosionsschicht in einem Arbeitsgang und erzeugt gleichzeitig ein definiertes Ankerprofil — die ideale Vorbereitung für Pulverbeschichtung oder Industrielack. Kupferschlacke nach DIN EN ISO 11126-3 ist silikosefrei (weniger als 1 % freie Kieselsäure). Nach öffentlich zugänglichen Arbeitsschutzinformationen ist Quarzsand für das offene Druckluftstrahlen problematisch; Kupferschlacke ist eine sichere Alternative.
Körnung und Druck je Aufzugbauteil – Richtwerte
Die richtige Körnung und der passende Druck sind entscheidend, um Aufzugbauteile optimal zu strahlen und gleichzeitig Materialverzug oder Beschädigungen zu vermeiden. Die folgende Tabelle zeigt bewährte Richtwerte:
Bauteil Wandstärke / Material Körnung (mm) Druck (bar) Ziel-Profil
Kabinenblech1,0–1,5 mm Stahl0,2–0,84–5Ra 6–10 µm, Sa 2,5
Türrahmen2–3 mm Stahl0,2–0,85–6Ra 6–10 µm, Sa 2,5
Tragrahmenab 4 mm Stahl0,5–1,46–8Ra 8–12 µm, Sa 2,5
Führungsschienen5–8 mm Stahl0,5–1,46–8Sa 2,5, Maß prüfen
Gegengewichte (Grauguss)dickwandig1,0–1,47–8Sa 2,5, Risskontrolle
Schachttüren2–4 mm Stahl0,2–1,05–7Ra 6–10 µm
Richtwerte; verbindlich sind die Datenblätter des Beschichtungssystems und die Vorgaben des Aufzugherstellers.
Edelstahl- und Aluminiumteile: wichtiger Materialhinweis
Manche modernen Aufzugkabinen oder Schachtabschlüsse enthalten Edelstahl- oder Aluminiumkomponenten. Kupferschlacke ist für diese Materialien nicht geeignet: Die feinen Eisenrückstände aus dem Strahlmittel können auf Edelstahl zu Flugrost und Kontaktkorrosion führen. Auf Aluminium kann das Material zu Pitting oder Oberflächenveränderungen führen. Für Edelstahlbauteile sind Korund oder Glasperlen die bessere Wahl. Dies ist ein wichtiger Sicherheitsaspekt, um teure Korrosionsschäden nach der Modernisierung zu vermeiden. Klären Sie die Materialzusammensetzung immer mit dem Aufzughersteller oder einem Fachbetrieb.
Schritt für Schritt: Vorgehen in der Praxis
Folgende Schritte haben sich in der Praxis bewährt und stellen sicher, dass Aufzugbauteile fachgerecht gestrahlt werden:
1. Demontage und Vorreinigung: Die Aufzugbauteile vorsichtig demontieren und gründlich entfetten. Öl, Fett und lose Schichten müssen weg, sonst entstehen Einschlüsse beim Strahlen.
2. Sensible Komponenten schützen: Antrieb, Schaltschrank, Sensoren, Kabel, Lager, Dichtflächen und elektronische Steuerungen abdecken, um Strahlmittel-Eindringung zu verhindern.
3. Probe an unauffälliger Stelle: Körnung und Druck zunächst testen, um sicherzustellen, dass Verformungen oder Materialverzug ausbleiben.
4. Strahlen in Bahnen: Düsenabstand 25–35 cm bei Kabinenblechen, 20–25 cm bei tragenden Teilen. Strahlwinkel 45–60°. Schweißnähte schonen, nicht verweilen.
5. Reinheitsgrad prüfen: Sichtprüfung gegen Referenzbilder Sa 2,5 / Sa 3 nach DIN EN ISO 8501-1.
6. Abblasen: Strahlmittelstaub mit Druckluft entfernen, bevor grundiert wird.
7. Zeitnah beschichten: Innerhalb weniger Stunden mit Zinkprimer, 2K-Epoxid oder Pulverlack beschichten. Blanker Stahl beginnt bei Feuchtigkeit schnell zu reoxidieren.
Reinheitsgrad Sa 2,5 und Ankerprofil für Pulverbeschichtung
Sa 2,5 nach DIN EN ISO 8501-1 ist ein genormter Reinheitsgrad für gestrahlte Stahloberflächen: Mehr als 95 Prozent der Oberfläche müssen frei von Rost, Zunder, Farbe und Verunreinigungen sein. Verbleibende Flecken dürfen nur noch als Punkte oder leichte Streifen sichtbar sein. Sa 2,5 ist der Standard-Zielwert, den die meisten Pulverlack- und Grundierungshersteller für Aufzugbauteile vorschreiben. Das Ankerprofil sollte Ra 6–10 µm (Rz 40–70 µm) betragen — dies ergibt eine ideale Haftgrundlage für Pulverlack. Höherwertige Systeme können Ra 10–14 µm erfordern. Dies sind Richtwerte; verbindlich sind die Datenblätter des Pulverlack-Herstellers und die Abnahmevorgaben des Aufzugherstellers.
Vorschriften und Abnahme: TRGS 559, BetrSichV, Aufzugsrichtlinie
Aufzugmodernisierung fällt unter mehrere Rechtsrahmen. Nach öffentlich zugänglichen Informationen sind folgende Regelwerke relevant: TRGS 559 (quarzhaltige Stäube — daher ist Kupferschlacke mit weniger als 1 % freier Kieselsäure vorteilhaft), DGUV-Regel 100-500 und DGUV-Information 209-053 (allgemein Strahlverfahren), BetrSichV (überwachungspflichtige Anlagen), Aufzugsrichtlinie 2014/33/EU und DIN EN 81 (Anforderungen an Aufzugkomponenten nach Instandsetzung). Die Anforderungen sind komplex und standortabhängig. Schutzmaßnahmen sollten Strahlhelm mit Frischluftzufuhr, Schutzanzug, Sicherheitsschuhe und Gehörschutz umfassen. Eine sachverständige Begleitung oder Abnahme kann erforderlich sein. Diese Seite ersetzt keine fachliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall.
Mengen und Lieferung für Aufzugbetriebe
Der Strahlmittel-Verbrauch hängt stark vom Aufzugstyp und Rostgrad ab. Erfahrungswerte: Kompakte Kabine (Wohnaufzug): 50–100 kg. Mittlere Kabine (Lastenaufzug): 80–180 kg. Großer Lastenaufzug: 200–400 kg. Komplette Schachtmodernisierung (Kabine + Gegengewichte + Schachtbauteile): 300–800 kg. Als Richtwert für Freistrahl rechnet man mit 80–120 kg/m² Aufzugsfläche. Für Kreislaufanlagen mit Absaugung liegt der Verbrauch etwa 40–60 % unter dem Freistrahl-Wert. Kupferschlacke ist ein Einwegstrahlmittel und kann nicht wiederverwendet werden. Lieferung: Standard-Packung 25-kg-Sack ab Lager Prebitz, DHL versandkostenfrei, 2–5 Werktage. Für regelmäßige Großabnahmen (mehrere Säcke pro Woche, Paletten) empfehlen wir eine Anfrage per E-Mail oder Telefon, um eine passgenaue Versorgungslösung zu klären.
Kupferschlacke vs. andere Strahlmittel für Aufzugstahl
Verschiedene Strahlmittel bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile. Für Stahl-Aufzugbauteile ist Kupferschlacke oft die beste Wahl, hat aber auch Grenzen:
- Kupferschlacke: Silikosefrei, scharfkantig, erzeugt definiertes Ankerprofil, Einwegmaterial, kostengünstig — empfohlen für Stahl-Aufzugbauteile.
- Korund: Härter, wiederverwendbar, teurer — besser für Edelstahl oder bei hohem Verschleiß der Strahlanlage.
- Glasperlen: Schonend, mattierend, erzeugt kein scharfes Ankerprofil — für Edelstahl-Sichtflächen oder feine Arbeiten.
- Stahlkies: Nur in geschlossenen Anlagen verwendbar, nicht für Hand- oder Mobilstrahl bei Aufzug-Demontage.
- Quarzsand: Nach öffentlich zugänglichen Arbeitsschutzinformationen für das offene Druckluftstrahlen problematisch — nicht empfohlen.
Empfohlene Körnungen für Aufzugbauteile
Basierend auf der zentralen Tabelle oben gibt es drei Körnungen, die für die häufigsten Aufzugbauteile passen:
0,2–0,8 mm
Standard für Kabinenbleche, Türrahmen und dünne Stahl-Bauteile. Sanfter Materialabtrag, definiertes feines Ankerprofil. Pulverlack-Vorbereitung.
0,5–1,4 mm
Für Tragrahmen, Lastrahmen ab 4 mm Stahl und Führungsschienen. Tieferer Materialabtrag, robustes Ankerprofil für höhere Belastung.
0,2–0,5 mm
Feinarbeiten und besonders dünne Bleche. Sehr schonender Materialabtrag für empfindliche Aufzugkomponenten.
Alle 8 Körnungen und weitere Details auf der Produktseite ansehen
Technische Eckdaten Kupferschlacke
Aussehen Braunes, scharfkantiges Granulat
Korngröße 0,2 – 2,8 mm
Härte (Mohs) 6 – 7
Spezifisches Gewicht 2,9 g/cm³
Schüttdichte 1,6 Mg/m³
Schmelzpunkt 1460 °C
pH-Wert Neutral
NormDIN EN ISO 11126-3
Verpackung25 kg Sack