In den Warenkorb gelegt

Sandstrahlen – Verfahren, Strahlmittel und praktische Anleitung

Druckluftstrahlen verstehen: passende Körnung wählen, Kompressor und Düse richtig dimensionieren, Sicherheits- und Reinheitsgrade einordnen. Mit silikosefreier Kupferschlacke nach DIN EN ISO 11126-3.

€21,49 25 kg · €0,86/kg · inkl. MwSt.

DHL versandkostenfrei · 2–5 Werktage Lieferzeit · PayPal & Überweisung

Sandstrahlen mit Kupferschlacke – Stahloberfläche wird entrostet

Strahlmittel kaufen

25 kg Sack · Kostenloser DHL-Versand · PayPal & Überweisung

Strahlmittel Kupferschlacke im 25-kg-Sack für Sandstrahlen

Alle Körnungen

0,1 – 0,4 mm
0,2 – 0,5 mm
0,2 – 0,8 mm
0,2 – 1,0 mm
0,2 – 1,4 mm
0,5 – 1,4 mm
0,5 – 2,0 mm
1,4 – 2,8 mm

25 kg Sack

€21,49

(€0,86/kg)

inkl. MwSt. · versandkostenfrei

Kostenloser DHL-Versand in ganz Deutschland

Zahlung: PayPal Überweisung
= €21,49

Physikalische Eigenschaften

Aussehen Braunes, scharfkantiges Granulat
Korngröße 0,2 – 2,8 mm
Härte (Mohs) 6 – 7
Spezifisches Gewicht 2,9 g/cm³
Schüttdichte 1,6 Mg/m³
Schmelzpunkt 1460 °C
pH-Wert Neutral

Chemische Zusammensetzung

SiO₂ 30 – 41 %
CaO 24,2 – 26,2 %
Al₂O₃ 11,5 – 12,6 %
MgO 6,07 – 10,4 %
FeO 4,6 – 9,02 %
PbO 0,5 – 1,00 %
Technisches Datenblatt als PDF
Empfohlene Körnung

0,5–1,4 mm

Standardkombination für Stahl, Felgen und Rost. Bei 5–7 bar Düsendruck — gute Balance aus Abtrag und Ankerprofil. Für Beton und schwere Korrosion 1,4–2,8 mm prüfen.

Zur Detailseite Körnung 0,5–1,4 mm

Einsatzgebiete

  • Stahl entrosten und entlacken
  • Karosserie- und Fahrzeugrestauration
  • Beton, Mauerwerk und Fassaden
  • Vorbereitung für Pulverbeschichtung
  • Holzoberflächen freilegen

Vorteile auf einen Blick

  • Komplexe Geometrien gleichmäßig erfasst
  • Definiertes Ankerprofil für Beschichtungen
  • Silikosefrei nach DIN EN ISO 11126-3
  • Entrostung und Entlackung in einem Arbeitsgang
  • Wirtschaftlich als Einwegstrahlmittel

Was ist Sandstrahlen? Definition und Verfahren

Sandstrahlen ist ein Strahlverfahren, bei dem ein körniges Strahlmittel mit Druckluft durch eine Düse auf eine Werkstückoberfläche geschleudert wird. Das Strahlmittel trägt Verschmutzungen, Rost, Lack und Beschichtungen ab und erzeugt zugleich ein definiertes Ankerprofil — die Grundlage für haftende Folgebeschichtungen. Synonyme Begriffe sind Druckluftstrahlen, Freistrahlen und abrasives Strahlen.

Funktionsprinzip: Ein Kompressor erzeugt Druckluft, typischerweise 5–8 bar. Diese befördert das Strahlmittel aus einem Behälter durch eine Düse mit hoher Geschwindigkeit auf das Werkstück. Der scharfkantige Strahlmittelkorn trägt die Oberfläche gezielt ab.

Begriffsabgrenzung: Der Name „Sandstrahlen" ist historisch gewachsen — früher wurde Quarzsand als Strahlmittel verwendet. Heute hat sich der Begriff auf andere Strahlmittel übertragen. Technisch korrekt heißt es „Druckluftstrahlen" oder „Freistrahlen". Aus Arbeitsschutzgründen wird Quarzsand nach öffentlich zugänglichen Informationen beim offenen Druckluftstrahlen heute typischerweise nicht mehr eingesetzt; silikosefreie Strahlmittel wie Kupfersilikatschlacke sind die verbreitete Alternative.

Welches Strahlmittel zum Sandstrahlen?

Strahlmittel ist nicht gleich Strahlmittel. Die Auswahl hängt von Werkstoff, Druckanforderung und Oberflächenziel ab.

Strahlmittel Eigenschaften Typischer Einsatz
Kupfersilikatschlacke Scharfkantig, silikosefrei (<1 % freie Kieselsäure nach Norm), DIN EN ISO 11126-3 Stahl, Beton, Rost, Lackentfernung — Standard
Glasperlen Rund, weich, eisenfrei Mattieren, Aluminium, sichtbare Oberflächen
Korund (Al₂O₃) Sehr scharf, eisenfrei, wiederverwendbar Empfindliche Metalle, dünne Wandstärken, geschlossene Anlagen
Strahlsand (silikosefrei) Rund, mineralisch Beton, Holz, Naturstein

Hinweis zu Quarzsand: Nach öffentlich zugänglichen Arbeitsschutzinformationen — insbesondere TRGS 559 und Hinweise auf Basis der GefStoffV — gilt der Einsatz quarzhaltiger Strahlmittel beim offenen Druckluftstrahlen als stark eingeschränkt bis faktisch ausgeschlossen. Grund ist das Silikose-Risiko durch freie kristalline Kieselsäure im Feinstaub. Die jeweils geltenden nationalen Vorgaben sollten für den konkreten Einsatzfall geprüft werden — diese Seite ersetzt keine arbeitsschutzfachliche Einzelfallprüfung. Mehr unter Kupferschlacke kaufen.

Die richtige Körnung wählen

Körnung beeinflusst Abtragsleistung, Oberflächenrauheit und Verbrauch. Die nachfolgenden Empfehlungen sind Richtwerte aus der Praxis — der konkrete Einsatz hängt von Werkstück, Gerät und Einstellung ab.

Stahl, Rost, Felgen — Standard0,5–1,4 mm · 5–7 bar
Feinabtrag, Restauration, dünne Bleche0,2–0,8 mm · 3–5 bar
Schwerer Rost, Beton, dicke Beschichtungen1,4–2,8 mm · 6–8 bar
Feinststrahlen, dünne Bleche, hohe Oberflächengüte0,1–0,4 mm · 2–4 bar
Sichtbares Aluminium / sehr empfindliche WerkstoffeGlasperlen / Korund prüfen

Für Spezialanwendungen wie Felgen strahlen, Oldtimer-Restaurierung oder Rost entfernen finden Sie weitergehende Empfehlungen auf den jeweiligen Seiten.

Körnungen vergleichen und kaufen →

Reinheitsgrade Sa 1 bis Sa 3 — was bedeuten sie?

Reinheitsgrade nach DIN EN ISO 8501-1 beschreiben den Grad der Oberflächenreinheit einer gestrahlten Stahlfläche. Welche Stufe konkret erforderlich ist, hängt vom Beschichtungssystem und den jeweiligen Hersteller-/Normangaben ab.

Sa 1 — leichtes StrahlenGrobe Reinigung; Verfärbungen können bleiben
Sa 2 — gründliches StrahlenSichtbar gereinigt; Rost und Beschichtung weitgehend entfernt
Sa 2,5 — sehr gründliches StrahlenNahezu vollständig gereinigt; Standard vor Korrosionsschutz
Sa 3 — Reinstrahlen (weißmetallisch)Metallisch blank; höchste Ansprüche

Sa 2,5 wird typischerweise vor Korrosionsschutzgrundierungen vorgesehen. Sa 3 wird vor allem in geschlossenen Strahlkabinen mit wiederverwendbarem Strahlmittel erreicht und etwa im Schiff- und Brückenbau eingesetzt. Diese Seite ersetzt keine Einzelfallprüfung.

Ausrüstung: Kompressor, Düse und Strahlgerät

Kompressor — Druck und Liefermenge: Druckkesselstrahlen erfordert typischerweise 6–8 bar Düsendruck und 300–500 l/min Liefermenge bei 6-mm-Düse. Größere Düsen (8–10 mm) verlangen 500–800 l/min. Ein Kompressor mit etwa 5,5 kW reicht für mittlere Aufgaben; bei professionellem Einsatz sollten 7,5–11 kW eingeplant werden. Entscheidend ist die Liefermenge in l/min, nicht die Behältergröße.

Düsendurchmesser und -material: Typische Düsendurchmesser: 4–8 mm. Düsen aus Borcarbid oder Wolframcarbid haben längere Lebensdauer als keramische Düsen. Faustregel: Düsendurchmesser sollte mindestens das Dreifache des gröbsten Korns betragen. Eine Aufweitung um mehr als 10 % bedeutet sinkende Effizienz und sollte zum Düsenwechsel führen.

Druckkessel- vs. Saugstrahlgerät:

Kriterium Druckkessel Saugstrahler
Abtragsleistung Hoch Gering bis mittel
Erforderliche Kompressorleistung 6–8 bar · 300–500 l/min 4–6 bar · 200–300 l/min
Geeignet für Großflächen, Stahl, Beton Heimwerker, kleinere Werkstücke
Investition Höher Niedriger
Effizienz Vollständige Strahlmittelnutzung Geringer durch Ansaugung

Sandstrahlen Schritt für Schritt

Diese Anleitung ist eine Orientierungshilfe auf Grundlage von Erfahrungswerten. Alle Angaben sind Richtwerte — der tatsächliche Ablauf hängt von Werkstück, Gerät und Umgebung ab.

01 Werkstück vorbereiten: Verschmutzung, Öl und lose Teile grob entfernen. Lose Bauteile demontieren, wenn möglich. Empfindliche Bereiche (Gewinde, Naben, Elektronik) maskieren.

02 Strahlmittel und Körnung wählen: Je nach Werkstoff und Zielzustand — Stahl mit mittlerem Rost 0,5–1,4 mm, dünne Bleche 0,2–0,8 mm, schwerer Rost oder Beton 1,4–2,8 mm. Vor dem Vollstrahlen Test an unauffälliger Stelle.

03 Kompressor und Druck einstellen: Richtwert 5–7 bar für Standardanwendungen. Bei dünnem Blech unter 2 mm 3–4 bar, um Verformungen zu vermeiden. Liefermenge prüfen — der Kompressor sollte nicht dauernd Pausen machen müssen. Für Lack entfernen reichen oft niedrigere Drücke.

04 Strahlabstand und Bewegung: Typisch 20–30 cm Abstand Düse–Werkstück. Gleichmäßige, langsame Bewegung — nicht punktuell verharren. Strahlwinkel 60–90°.

05 Ergebnis prüfen: Gleichmäßiger Abtrag? Rost vollständig entfernt? Ankerprofil sichtbar? Bei ungleichmäßigen Stellen gezielt nacharbeiten.

06 Strahlmittelreste ausblasen: Druckluft nutzen, um Strahlmittel und Staub aus Hinterschnitten und Vertiefungen zu entfernen. Alle Bereiche erreichen.

07 Korrosionsschutz / Grundierung aufbringen: Freigestrahlter Stahl beginnt bei normaler Luftfeuchtigkeit innerhalb weniger Stunden zu oxidieren. Grundierung sollte zeitnah folgen — idealerweise am selben Tag. Epoxidharz-Grundierung ist bewährt.

Kosten Sandstrahlen — Eigenleistung vs. Lohnstrahler

Der Kostenrahmen hängt von Werkstückgröße, Verschmutzungsgrad, Strahlmittelverbrauch und örtlichem Marktpreis ab. Die nachfolgenden Werte sind Richtwerte aus öffentlich zugänglichen Quellen — konkrete Kosten sind je Region und Anbieter unterschiedlich.

Position Lohnstrahlen Eigenleistung
Pro m² (Richtwert) 80–150 EUR Strahlmittel + Zeit
Pro Stunde (Richtwert) 40–120 EUR
Mindestaufwand Anfahrt + Mindestpauschale Kompressor-/Kabinenleihe ggf. nötig
Langzeit Keine Investition Amortisiert sich bei Wiederholung

Rechenbeispiel — Pkw-Karosserie (8–10 m²):

Lohnstrahlen Karosserie800–1500 EUR (zzgl. Lack)
Eigenleistung Strahlmittel (4–8 Sack à 25 kg)ca. 85–170 EUR (ab 21,49 EUR/Sack)
Kompressorleihe (Wochenende)ca. 50–150 EUR
Schutzausrüstung (einmalig)ca. 50–150 EUR
Eigenleistung gesamtca. 235–670 EUR

Bei feineren Körnungen (0,2–0,8 mm) und leichterem Rost sinkt der Verbrauch auf 10–20 kg/m². Für einzelne Projekte wie Oldtimer-Karosserie oder Felgen ist Eigenleistung oft wirtschaftlicher; bei regelmäßigen Arbeiten amortisiert sich die Investition in eigene Ausrüstung. Alle Preisangaben sind Richtwerte und können je nach Region und Auftrag variieren.

Sicherheit beim Sandstrahlen — Schutzausrüstung und Pflichten

Strahlarbeiten erzeugen Staub und freigesetzte Partikel — Schutzmaßnahmen sind essenziell.

Persönliche Schutzausrüstung (PSA):

AtemschutzStrahlhelm mit Frischluftzufuhr (z. B. nach DIN EN 14594) oder mind. P3
SchutzanzugDicht, strahlbeständig
HandschuheSchnitt- und schlagfest
SicherheitsschuheMit Stahlkappe
GehörschutzDruckluftstrahlen erzeugt >85 dB

Quellengebundene Hinweise: Nach öffentlich zugänglichen Arbeitsschutzinformationen (u. a. Hinweise auf Basis der GefStoffV, TRGS 559, DGUV-Information) gelten quarzhaltige Strahlmittel beim offenen Druckluftstrahlen als problematisch wegen des Silikose-Risikos. Silikosefreie Strahlmittel wie Kupferschlacke nach DIN EN ISO 11126-3 sind die verbreitete Alternative. Für gewerbliche Strahlarbeiten sollten Betriebsanweisung und Gefährdungsbeurteilung nach den jeweils geltenden Vorgaben erstellt werden.

Der Strahlhelm sollte nach den jeweils geltenden Normangaben zugelassen sein und mit gefilterter Frischluft aus einem separaten Atemluftgerät versorgt werden — nicht direkt mit der Kompressorluft, da diese Öl und Kondenswasser enthalten kann. Bei Arbeiten an älteren Werkstücken sind mögliche Bleifarben- oder Asbestrückstände zusätzlich zu beachten. Wer rechtssichere Auskunft zu betrieblichen Anforderungen benötigt, sollte die zuständige Berufsgenossenschaft oder die DGUV konsultieren — diese Seite ersetzt keine arbeitsschutzfachliche Einzelfallprüfung.

Sandstrahlen nach Werkstoff — Metall, Beton, Holz, Glas

Der Werkstoff bestimmt Druck, Körnung und Strahlmittelwahl. Die nachfolgenden Richtwerte stammen aus der Praxis — die Ergebnisse hängen von Untergrund, Gerät und Einstellung ab.

Werkstoff Druck Körnung Hinweis
Stahl / Metall 5–7 bar 0,5–1,4 mm Standardanwendung; Flugrost-Schutz zeitnah
Beton / Fassade 6–8 bar 1,4–2,8 mm Tiefenreinigung, gröberes Profil
Holz 1–3 bar 0,2–0,8 mm Vorab Test; Holzfasern empfindlich
Glas Glasperlen Mattieren statt Abtrag; nicht Kupferschlacke
Sichtbares Aluminium 2–3 bar Glasperlen / Korund Eisenkontamination vermeiden

Anwendungsspezifische Empfehlungen finden Sie auf den Themenseiten Rost entfernen, Lack entfernen und Felgen strahlen.

Alle 8 Körnungen verfügbar

Die passende Körnung hängt von Substrat und gewünschtem Profil ab. Übersicht aller verfügbaren Fraktionen aus dem Sortiment:

0,1 – 0,4 mm Feinststrahlen Stahl, dünne Bleche, hohe Oberflächengüte
0,2 – 0,5 mm Feine Stahlbleche, dünne Bleche
0,2 – 0,8 mm Allround: Stahl, Karosserie, Oldtimer
0,2 – 1,0 mm Stahlbau, Rostentfernung
0,2 – 1,4 mm Schwerer Rostbefall, Stahlkonstruktionen
0,5 – 1,4 mm Beton, Stein, industrielle Entlackung
0,5 – 2,0 mm Grobe Entrostung, Betonbearbeitung
1,4 – 2,8 mm Grobstrahlen, Betonreinigung, Fassaden

Technische Eckdaten Kupferschlacke

Aussehen Braunes, scharfkantiges Granulat
Korngröße 0,2 – 2,8 mm
Härte (Mohs) 6 – 7
Spezifisches Gewicht 2,9 g/cm³
Schüttdichte 1,6 Mg/m³
Schmelzpunkt 1460 °C
pH-Wert Neutral
NormDIN EN ISO 11126-3
Verpackung25 kg Sack

Häufige Fragen zum Sandstrahlen

Was ist der Unterschied zwischen Sandstrahlen und Druckluftstrahlen?

Druckluftstrahlen ist der technisch korrekte Oberbegriff für das Verfahren, bei dem ein körniges Strahlmittel mit Druckluft durch eine Düse auf eine Werkstückoberfläche geschleudert wird. „Sandstrahlen" hat sich als historische Bezeichnung erhalten — auch wenn heute typischerweise silikosefreie Strahlmittel wie Kupferschlacke nach DIN EN ISO 11126-3 statt Quarzsand eingesetzt werden. Die Funktionsweise ist gleich: ein Kompressor erzeugt Druckluft (typisch 5–8 bar), diese befördert das Strahlmittel durch eine Düse mit hoher Geschwindigkeit auf das Werkstück. Der scharfkantige Strahlmittelkorn trägt Rost, Lack, Zunder und Verschmutzungen ab und erzeugt zugleich ein Ankerprofil für haftende Folgebeschichtungen. Synonyme Begriffe sind außerdem Freistrahlen und abrasives Strahlen.

Welche Körnung brauche ich zum Sandstrahlen?

Die Wahl hängt vom Werkstoff und Zielzustand ab. Standardkombination Stahl und Felgen: Körnung 0,5–1,4 mm bei 5–7 bar — gute Balance aus Abtrag und Ankerprofil. Feinabtrag und Restauration empfindlicher Teile: 0,2–0,8 mm bei 3–5 bar. Schwerer Rost, Beton oder dicke Beschichtungen: 1,4–2,8 mm bei 6–8 bar. Für Feinststrahlen, dünne Bleche und hohe Oberflächengüte: 0,1–0,4 mm bei 2–4 bar. Alle Angaben sind Richtwerte aus der Praxis — der konkrete Einsatz hängt vom Werkstück, Düsendurchmesser, Kompressor und gewünschten Oberflächenbild ab. Vor dem vollständigen Strahlen ist ein Test an unauffälliger Stelle empfehlenswert.

Welcher Kompressor ist nötig?

Für Druckkesselstrahlen mit 6-mm-Düse werden typischerweise 6–8 bar Düsendruck und eine Liefermenge von 300–500 l/min benötigt. Größere Düsen (8–10 mm) verlangen entsprechend mehr Luft (500–800 l/min). Als Faustregel reicht ein Kompressor mit etwa 5,5 kW für mittlere Aufgaben mit 6-mm-Düse; ab 8-mm-Düse sollten 7,5–11 kW eingeplant werden. Saugstrahler kommen mit weniger Liefermenge aus, haben aber geringeren Abtrag. Entscheidend ist die Liefermenge in l/min — nicht die Behältergröße. Zu schwache Kompressoren führen zu schwankendem Druck und schlechter Abtragsleistung. Ein Wasser- und Ölabscheider gehört zwischen Kompressor und Strahlgerät, da feuchte oder ölige Luft die Düse verstopfen kann.

Was bedeutet Reinheitsgrad Sa 2,5?

Sa 2,5 nach DIN EN ISO 8501-1 beschreibt den Reinheitsgrad „sehr gründliches Strahlen" — Zunder, Rost und Altanstrich sind nahezu vollständig entfernt, das Ankerprofil ist definiert und haftfähig. Diese Stufe wird typischerweise vor Korrosionsschutzgrundierungen vorgesehen. Welcher Reinheitsgrad konkret erforderlich ist, hängt vom Beschichtungssystem und den Hersteller-/Normangaben ab — diese Seite ersetzt keine Einzelfallprüfung. Daneben gibt es Sa 1 (leichtes Strahlen), Sa 2 (gründliches Strahlen) und Sa 3 (Reinstrahlen, weißmetallisch blank). Sa 3 wird vor allem in geschlossenen Strahlkabinen erreicht und bei höchsten Ansprüchen wie Schiffbau oder Brückenbau eingesetzt.

Darf ich Quarzsand zum Sandstrahlen verwenden?

Nach öffentlich zugänglichen Arbeitsschutzinformationen — insbesondere TRGS 559 und Hinweise auf Basis der GefStoffV — gilt Quarzstaub beim Freistrahlen als problematisch. Freie kristalline Kieselsäure im feinen Staubbereich kann bei wiederholter Inhalation Silikose verursachen, eine unheilbare Lungenerkrankung. Der gewerbliche Einsatz quarzhaltiger Strahlmittel beim offenen Druckluftstrahlen gilt nach diesen öffentlich zugänglichen Informationen als stark eingeschränkt bis faktisch ausgeschlossen. Auch für Heimwerker empfiehlt sich der Verzicht auf quarzhaltige Strahlmittel. Verbreitete silikosefreie Alternativen sind Kupfersilikatschlacke nach DIN EN ISO 11126-3 (unter 1 % freie Kieselsäure nach Hersteller-/Normangaben), Glasperlen und Korund. Wer rechtssichere Auskunft zu den für seinen Betrieb geltenden Arbeitsschutzanforderungen benötigt, sollte die zuständige Berufsgenossenschaft oder die DGUV konsultieren — diese Seite ersetzt keine Einzelfallprüfung.

Was kostet Sandstrahlen?

Lohnstrahlen kostet typischerweise 80–150 EUR pro m² oder 40–120 EUR pro Stunde, je nach Region, Werkstückgröße und Verschmutzungsgrad. Eigenleistung umfasst Strahlmittel (25 kg ab 21,49 EUR), Kompressor- und Kabinenleihe (ggf. erforderlich) sowie Schutzausrüstung. Konkrete Werte sind je Anbieter und Region unterschiedlich — alle Preisangaben sind Richtwerte. Eine vollständige Pkw-Karosserie (8–10 m² Strahlfläche) verbraucht typischerweise 2–4 Säcke à 25 kg, je nach Rostgrad. Bei feineren Körnungen und leichterem Rost sinkt der Verbrauch auf 10–20 kg pro m². Für einzelne Projekte wie Oldtimer oder Felgen ist Eigenleistung oft wirtschaftlicher; bei wiederholten Arbeiten amortisiert sich eigene Ausrüstung deutlich.

Druckkessel- oder Saugstrahler — was ist besser?

Druckkesselstrahler arbeiten mit unter Druck stehendem Strahlmittelbehälter und erreichen deutlich höhere Abtragsleistung als Saugstrahler. Sie eignen sich für professionelle Großflächen, Stahlbau, Beton und regelmäßige Strahlarbeiten. Erforderlich sind 6–8 bar und 300–500 l/min Liefermenge bei 6-mm-Düse. Saugstrahler („Venturi-Prinzip") nutzen den Sog des Luftstroms, um Strahlmittel aus einem offenen Behälter anzusaugen. Sie sind günstiger in der Anschaffung, kommen mit kleineren Kompressoren aus, haben aber geringere Abtragsleistung und Effizienz. Geeignet für gelegentliche Arbeiten, kleinere Werkstücke und Heimwerker. Die Wahl hängt von Projektgröße, Häufigkeit und Budget ab. Bei regelmäßigem Einsatz sind Druckkessel überlegen.

Sandstrahlen für Holz — was beachten?

Holz erfordert deutlich niedrigeren Druck als Stahl: typischerweise 1–3 bar. Die Körnung sollte fein sein, etwa 0,2–0,8 mm. Holzfasern können bei zu hohem Druck oder zu grober Körnung angegriffen, ausgefranst oder herausgebrochen werden. Vor dem vollständigen Strahlen ist ein Test an einer unauffälligen Stelle empfehlenswert, um das Ergebnis zu beurteilen. Geeignet ist Sandstrahlen vor allem zum Freilegen verwitterter Holzoberflächen, zum Entfernen alter Lasuren oder zur Strukturierung. Hartes Holz toleriert höheren Druck als weiches Holz; das Ergebnis hängt stark von Holzart, Trocknungsgrad und Vorbehandlung ab. Ergebnisse können je nach Untergrund, Gerät und Anwendung variieren.

Welches Strahlmittel ist silikosefrei?

Silikosefrei bedeutet typischerweise unter 1 % freie kristalline Kieselsäure nach Hersteller-/Normangaben. Verbreitete silikosefreie Strahlmittel sind: Kupfersilikatschlacke nach DIN EN ISO 11126-3 (scharfkantig, hohe Abtragsleistung, Standard für Stahl, Beton und Lackentfernung), Glasperlen (rund, weich, eisenfrei — für Mattieren und Aluminium), Korund/Edelkorund Al₂O₃ (sehr scharf, eisenfrei, wiederverwendbar — für empfindliche Metalle und geschlossene Anlagen) sowie silikosefreier Strahlsand auf mineralischer Basis (für Beton und Holz). Die Auswahl hängt von Werkstoff, Druckanforderung und Oberflächenziel ab. Konkrete Werte und Zertifikate sollten nach Hersteller-/Normangaben für den jeweiligen Einsatz geprüft werden.