Warum Kupferschlacke in der Lackiererei?
Die Haftfestigkeit einer Lackierung steht und fällt mit dem Ankerprofil. Kupferschlacke erzeugt reproduzierbar Ra 6–12 µm – die Standardvorgabe für 2K-EP-Primer, KTL-Anlagen und Pulverbeschichtungen. Weniger Feinststaub als Korund, silikosefrei (<1 % freie Kieselsäure nach DIN EN ISO 11126-3), arbeitsschutzfachlich unbedenklich nach TRGS 559. Das macht das Material zur sicheren und bewährten Wahl für gewerbliche Lackierbetriebe in Deutschland.
Ankerprofil Ra 6–12 µm – Was Lackhersteller fordern
Das Ankerprofil Ra ist die mechanische Rauheit der gestrahlten Oberfläche – sie funktioniert als Verzahnungsbasis für die Beschichtung. Hersteller wie Standox, Spies Hecker oder Glasurit nennen in ihren öffentlich verfügbaren Datenblättern typischerweise Ra 6–12 µm als Anforderung für 2K-EP-Primer.
Körnung und Profil (Richtwerte):
0,2–0,5 mm bei 3–4 bar erzeugt etwa Ra 6–8 µm
0,2–0,8 mm bei 4–6 bar erzeugt etwa Ra 6–10 µm
0,5–1,4 mm bei 6–8 bar erzeugt etwa Ra 10–14 µm
Was bedeutet Sa 2,5? Das ist ein visueller Reinheitsgrad nach DIN EN ISO 8501-1: die Oberfläche ist sehr gründlich gestrahlt, überwiegend blank mit nur leichten Schattierungen. Mit Kupferschlacke 0,2–0,8 mm bei 5–6 bar ist Sa 2,5 in der Praxis erreichbar und reicht für die meisten Lackiererei-Anwendungen aus.
Körnungen je Lackaufgabe – Richtwerte aus der Praxis
| Anwendung | Körnung | Druck | Ra-Richtwert |
|---|---|---|---|
| PKW-Karosserie (dünne Bleche) | 0,2–0,8 mm | 4–6 bar | 6–10 µm |
| Industrielackiererei Stahlbau | 0,5–1,4 mm | 6–8 bar | 10–14 µm |
| Maschinen & Behälter (variabel) | 0,2–1,0 mm | 5–7 bar | 8–12 µm |
Richtwerte – das tatsächlich erzielte Profil hängt von Ausgangszustand, Körnung, Druck, Düsengröße und Düsenführung ab. Verbindliche Anforderungen entnehmen Sie immer dem Datenblatt des Lacksystems.
Kompatibilität mit Lacksystemen: 2K-EP, KTL und Pulverbeschichtung
2K-EP-Primer in der Karosserielackiererei: Kupferschlacke 0,2–0,8 mm erzeugt das geforderte Ankerprofil Ra 6–10 µm. Typische Anforderung: Sa 2,5, Ra 6–12 µm. Für dünne Karosseriebleche ist die feinere Körnung ideal, da sie sanfter arbeitet und die Materialdicke schont.
KTL-Vorbehandlung in der Industrielackiererei: KTL-Anlagen (Kathodischer Tauchlack) fordern typischerweise Sa 2,5 und Ra 8–12 µm. Kupferschlacke 0,5–1,4 mm bei 6–8 bar liefert das erforderliche Profil zuverlässig. Die Oberfläche muss ölfrei und chloridfrei sein – diese Anforderung erfüllt das Material von Natur aus.
Pulverbeschichtung auf Stahlrahmen: Pulverlacke auf Stahl benötigen typischerweise Ra 6–10 µm. Kupferschlacke 0,2–1,0 mm ist kompatibel und erzeugt ein stabiles Profil. Wichtig: Vor der Pulverbeschichtung muss die Felge möglichst am selben Tag zur Werkstatt, da freigestrahlter Stahl schnell zu oxidieren beginnt.
Alu-Hinweis: Kupferschlacke ist für Aluminiumteile nicht geeignet – Eisenrückstände können in die Alu-Oberfläche eindringen und später als Rostflecken sichtbar werden. Für Alu empfehlen sich eisenfreie Mittel wie Glasperlen oder Korund.
Verbrauch im Lackierbetrieb – Richtwerte nach Betriebsgröße
| Karosseriefachlackiererei (PKW) | 200–800 kg/Monat |
| Industrielackierbetrieb (Stahlbau) | 1000–3000 kg/Monat |
| Pulverbeschichter mit Vorbehandlung | 500–2000 kg/Monat |
| Großlackiererei (Nutzfahrzeuge, Schiene) | 3000–8000 kg/Monat |
Basierend auf Freistrahl (25–40 kg/m²). In Kreislaufanlagen reduziert sich der Verbrauch auf 40–60 % dieser Werte. Faustregel: Pro PKW-Unterboden (ca. 4 m²) bei einfachem Rost etwa 80–120 kg; kompletter Rohbau (15–20 m²) etwa 400–600 kg.
Bei kupferstrahl.de gibt es keine Mindestbestellmenge – Sie bestellen genau die benötigte Sackanzahl. Alle Bestellungen werden versandkostenfrei per DHL geliefert, Lieferzeit in der Regel 2–5 Werktage ab Lager Prebitz, Bayern.
Nach dem Strahlen: Zeitfenster, Abblasen, Grundierung
Wie lange darf gestrahlter Stahl unbeschichtet bleiben? Freigestrahlter Stahl beginnt bei normaler Luftfeuchtigkeit innerhalb weniger Stunden zu oxidieren. Der erste Flugrost kann schon nach 2–4 Stunden sichtbar werden, bei hoher Luftfeuchte noch früher. Aus diesem Grund sollten folgende Schritte möglichst zügig erfolgen.
Abblasen mit ölfreier Druckluft: Unmittelbar nach dem Strahlen alle Strahlmittelreste mit Druckluft ausblasen – besonders aus Hinterschnitten, Speichentälern und Nischenbereichen. Grobe Körnung kann in Vertiefungen verbleiben und die Beschichtungshaftung stören. Druckluft muss ölfreifein sein, sonst entstehen neue Kontaminationen.
Salz- und Chlorid-Kontrolle: Bei Fahrzeugen aus salzbelasteten Regionen oder mit Winterstreuensalz-Kontakt ist ein Chlorid-Test nach dem Strahlen empfehlenswert (ISO 8502-6/-9). Der Chloridgehalt sollte vor der Beschichtung unter 50 mg/m² liegen. Diese Anforderung erfüllt man durch vorherige Reinigung mit destilliertem Wasser, nicht durch das Strahlen selbst. Strahlen entfernt nur mechanisch; es reinigt nicht chemisch.
Zeitkritisch zur Grundierung: Die Grundierung sollte innerhalb möglichst weniger Stunden aufgetragen werden – ideal am selben Arbeitstag. Für 2K-EP-Systeme: Epoxidharz-Felgengrundierung auftragen, trocknen lassen, dann Felgenlack und Klarlack. Für Pulverbeschichtung: Felge möglichst am gleichen Tag zur Werkstatt bringen. Das enge Zeitfenster ist ein wichtiger Grund, warum Strahlarbeiten und Beschichtung oft zeitlich eng getaktet erfolgen.
Sicherheit und Arbeitsschutz: TRGS 559, DGUV, Silikosefreiheit
Nach öffentlich zugänglichen Arbeitsschutzinformationen – insbesondere der TRGS 559 (Technische Regel für Gefahrstoffe) – gilt quarzhaltigem Strahlgut beim Freistrahlen als arbeitsschutzfachlich problematisch. Freie kristalline Kieselsäure kann bei wiederholter Inhalation Silikose verursachen.
Kupferschlacke enthält nach DIN EN ISO 11126-3 weniger als 1 % freie kristalline Kieselsäure und gilt als silikosefrei. Das macht das Material zur sicheren Wahl für gewerbliche Strahlarbeiten in Deutschland – unter Beachtung der Schutzmaßnahmen nach TRGS 559 und DGUV-Regel 100-500.
Pflichtausrüstung beim Freistrahlen:
- Strahlhelm mit Frischluftzufuhr
- Schutzanzug (Baumwolle mindestens 200 g/m²)
- Handschuhe und Sicherheitsschuhe
- Strahlkabine mit Absauganlage (Vorschrift nach DGUV-Regel 100-500)
Diese Seite ersetzt keine arbeitsschutzfachliche Einzelfallprüfung. Für verbindliche Auskunft zu den für Ihren Betrieb geltenden Anforderungen konsultieren Sie die zuständige Berufsgenossenschaft oder die DGUV.
Karosserie- vs. Industrielackiererei: Unterschiedliche Anforderungen
Die beiden Buyer-Personas unterscheiden sich in Volumen, Anlagentyp und Anforderungsprofil erheblich:
200–800 kg/Monat · Dünne Bleche (1–2 mm) · Niedriger Druck 4–6 bar · Feinere Körnung 0,2–0,8 mm · Ra 6–10 µm · Sa 2,5 typisch · Freistrahl oder kleine Kreislaufanlage
1000–3000 kg/Monat · Dicke Profile (4–10 mm) · Höherer Druck 6–8 bar · Gröbere Körnung 0,5–1,4 mm · Ra 10–14 µm · Sa 2,5/3 möglich · Großanlage, hohe Durchsätze
Kupferschlacke ist für beide Segmente geeignet – die passende Körnung muss nur auf die Anforderungen abgestimmt werden.
Mengen, Lieferung und Bestellung
Sackware 25 kg – das ist die Standard-Verpackung für Fachbetriebe. Bestellen Sie die benötigte Sackanzahl ohne Mindestbestellmenge.
- Preis: €21,49 pro 25-kg-Sack (€0,86/kg)
- Versand: DHL gratis in alle deutschen Postleitzahlen
- Lieferzeit: In der Regel 2–5 Werktage ab Lager Prebitz, Bayern
- Bezahlung: PayPal, Banküberweisung
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