Warum Strahlen für LKW-Korrosionsschutz?
Nutzfahrzeuge sind ständig Salz, Feuchtigkeit, Streusplitt und mechanischer Belastung ausgesetzt. Insbesondere Längsträger, Kreuzträger und Achsbrücken zeigen nach wenigen Wintern Korrosion am Unterboden. Mechanisches Schleifen erreicht Profile und Hohlräume nicht zuverlässig, chemisches Abbeizen bleibt in Spalten zurück. Strahlen mit Kupferschlacke kann Altlack, Flugrost und Tiefenrost in einem Arbeitsgang entfernen und legt eine gleichmäßige, mineralische Oberfläche frei – eine typische Voraussetzung für eine nachhaltige Korrosionsschutzbeschichtung mit 2K-EP-, Zinkprimer- oder Pulverlacksystemen. Kupferschlacke nach DIN EN ISO 11126-3 ist scharfkantig, Härte 6–7 Mohs, silikosefrei (unter ein Prozent freie Kieselsäure).
Körnungen je Bauteil – Richtwerte
Die optimale Körnung hängt vom Bauteil, Korrosionsgrad, Strahldruck und gewünschtem Ankerprofil ab. Typische Erfahrungswerte – die verbindliche Wahl richtet sich nach den Vorgaben des Beschichtungssystems:
Bauteil Körnung Druck (Richtwert) Ankerprofil Ra
Kotflügel, Spritzschutz, Aufbaubleche 0,2–0,8 mm 4–6 bar 6–10 µm
Längsträger, Rahmen, Achsbrücken 0,5–1,4 mm 6–8 bar 10–14 µm
Schwerer Lochfraß (Wandst. > 5 mm) 1,4–2,8 mm 7–9 bar 14–20 µm
Aluminium-Aufbauten: Materialhinweis
Viele moderne Aufbauten – insbesondere Kofferaufbauten, Tanks und Pritschen – bestehen aus Aluminium. Aluminium sollte nicht mit eisenhaltigen Strahlmitteln behandelt werden, da Eisenrückstände Kontaktkorrosion auslösen können. Für Aluminium werden in der Regel nichteisenhaltige Strahlmittel wie Korund oder Glasperlen bevorzugt. Die Eignung sollte im Einzelfall mit dem Aufbauhersteller und dem Beschichtungssystem abgestimmt werden.
Schritt für Schritt – Vorgehen aus der Praxis
01 Demontage und Vorreinigung: Anbauteile entfernen, Hohlräume offenlegen, Fahrzeug mit Hochdruck reinigen und vollständig trocknen.
02 Strahlbereiche festlegen: Tragende Bauteile, Karosserieteile und Anbaukomponenten getrennt bearbeiten – jedes mit angepasster Körnung und angepasstem Druck.
03 Empfindliche Bereiche schützen: Bremsleitungen, Kabelbäume, Pneumatik, Lager und Dichtflächen abdecken.
04 Strahlen in Bahnen: 20–30 cm Düsenabstand, 45–60° Strahlwinkel, gleichmäßige Bewegung. Zu langes Verweilen an einer Stelle kann das Material schwächen.
05 Reinheitsgrad prüfen: Sa 2,5 nach DIN EN ISO 8501-1 ist für Korrosionsschutzsysteme im Nutzfahrzeugbereich ein typischer Zielwert (Richtwert – verbindlicher Wert laut Beschichtungsdatenblatt).
06 Zeitnah grundieren: Innerhalb weniger Stunden 2K-EP-Grundierung oder Zinkprimer auftragen, um Flugrost zu vermeiden.
Mengen und Lieferung an Speditionen
Erfahrungswerte für Kupferschlacke im Freistrahlbetrieb:
7,5-Tonner (Fahrgestell + Unterboden)400–700 kg
12-Tonner mit Aufbau600–1.000 kg
Schwerer Sattelzug 40 t mit Auflieger1.000–1.800 kg
LKW-Werkstatt mit Strahlkabine500–2.000 kg/Monat
Spedition mit eigener Aufarbeitung1.000–4.000 kg/Monat
Lohnstrahlbetrieb für Nutzfahrzeuge2.000–8.000 kg/Monat
Lieferung im 25-kg-Sack ab Lager Prebitz, DHL versandkostenfrei in alle deutschen Postleitzahlen, Lieferzeit 2–5 Werktage. Für regelmäßige Großabnahme nehmen wir Anfragen per E-Mail (info@kupferstrahl.de) entgegen. Keine Mindestbestellmenge.
Sicherheit und Vorschriften
Nach öffentlich zugänglichen Arbeitsschutzinformationen sind beim gewerblichen Strahlen an Nutzfahrzeugen insbesondere TRGS 559 (Stäube beim Strahlen), DGUV-Regel 100-500 (Betreiben von Arbeitsmitteln) und DGUV-Information 209-053 zu beachten. Typische Pflichtausrüstung: Strahlhelm mit Frischluftzufuhr, Schutzanzug, Schutzhandschuhe, Sicherheitsschuhe, Gehörschutz. Strahlarbeiten sollten in zugelassenen Strahlkabinen oder Strahlräumen mit geeigneter Absaugung durchgeführt werden. Die verbindliche Beurteilung obliegt dem Betreiber und ggf. einer Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Kupferschlacke vs. Quarzsand – Unterschiede beim LKW-Strahlen
Kupferschlacke (Kupfersilikatschlacke nach DIN EN ISO 11126-3) enthält nach öffentlich zugänglichen Produktangaben unter ein Prozent freie Kieselsäure und gilt daher als silikosefrei im Sinne der TRGS 559. Quarzsand enthält dagegen typischerweise mehr als zehn Prozent freie Kieselsäure, was bei gewerblichen Strahlarbeiten in Deutschland arbeitsschutzrechtlich besondere Anforderungen auslöst. Kupferschlacke ist zudem scharfkantig (Härte 6–7 Mohs) und erzeugt erfahrungsgemäß ein effektives Ankerprofil für Korrosionsschutzsysteme. Kupferschlacke ist als Einwegstrahlmittel konzipiert. Die konkrete Eignung für den jeweiligen Einsatz sollte anhand der aktuell geltenden Vorschriften geprüft werden.
Technische Eckdaten Kupferschlacke
Aussehen Braunes, scharfkantiges Granulat
Korngröße 0,2 – 2,8 mm
Härte (Mohs) 6 – 7
Spezifisches Gewicht 2,9 g/cm³
Schüttdichte 1,6 Mg/m³
Schmelzpunkt 1460 °C
pH-Wert Neutral
NormDIN EN ISO 11126-3
Verpackung25 kg Sack
Alle 8 Körnungen verfügbar
Die passende Körnung hängt vom Substrat und gewünschten Profil ab. Übersicht aller verfügbaren Fraktionen:
0,1 – 0,4 mm Feinststrahlen Stahl, dünne Bleche, hohe Oberflächengüte
0,2 – 0,5 mm Feine Stahlbleche, dünne Bleche
0,2 – 0,8 mm Allround: Stahl, Karosserie, Oldtimer
0,2 – 1,0 mm Stahlbau, Rostentfernung
0,2 – 1,4 mm Schwerer Rostbefall, Stahlkonstruktionen
0,5 – 1,4 mm Beton, Stein, industrielle Entlackung
0,5 – 2,0 mm Grobe Entrostung, Betonbearbeitung
1,4 – 2,8 mm Grobstrahlen, Betonreinigung, Fassaden